UAV als Wildretter

19. November 2014
wildretter, uav wildlife protection

Wildrettung mit UAV Unterstützung in Bayern und Österreich:

Lokalisierung zur Prävention mit dem AscTec Falcon 8: Zunächst nur projektbezogen für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, mittlerweile in Vorserienreife: Eine speziell für den AscTec Falcon 8 zunächst in prototypischer Kleinserie entwickelte Nutzlast hilft bei der Wildrettung. Seit 2010 wird bei Feldeinsätzen in Deutschland und Österreich durch die Fernerkundung aus der Luft Wild aufgespürt und vor dem Mähwerk gerettet. Präzise Wärmebild- und Nahinfrarot­kameras machen das Orten und Identifizieren der Tiere möglich. Kadaver könnten Futtermittel verseuchen und Tiere vergiften. Technische Voraussetzungen an das Flugsystem für den Einsatz durch den Bayerischen Jagdverband: Zuverlässigkeit, Benutzerfreundlichkeit, Tauglichkeit auch bei ungünstigen Umweltbedingungen, automatisierte Wildtier-Erkennung und Mobilität im freien Gelände.

Die Ergebnisse zahlreicher Feldversuche liegen nun vor und die Partner wie Landwirte sind überzeugt:

  • „Wir finden fast jedes Kitz.“ – Martin Israel, DLR
  • „Unsere Erfahrungen, die wir jetzt in den vergangenen drei Jahren mit dem fliegenden Wildretter gemacht haben, sind sehr gut!“ – Anita Weimann, Bayerischer Jagdverband
  • „Die Geschwindigkeit, die Präzision, schon wie wir da das erste mal hingegangen sind: Auf den Zentimeter genau.“ – Landwirt, Bayerischer Bauernverband.

Hintergründe & Fakten zu UAVs als Wildretter:

Vegetations- und witterungsbedingt bleibt den Landwirten meist nur ein kleines Zeitfenster, um im Frühjahr ihre Wiesen zu mähen und das für ihren Betrieb so wichtige Futter einzubringen. Die modernen Mäh-Vorrichtungen arbeiten dabei immer schneller und effizienter. Rehkitze, die zu dieser Zeit in den Wiesen gesetzt wurden sind selbst von erfahrenen Jägern schwer zu finden.

Rehkitze haben in den ersten beiden Lebenswochen einen sogenannten „Drückinstinkt“ und nahezu keinen Eigengeruch. Im hohen Gras sind sie damit exzellent getarnt. In dieser Lebensphase bleiben die Kitze ununterbrochen an ihrem Platz und „drücken“ sich bei Gefahr regungslos auf den Boden. Somit sind sie nicht nur vor Fressfeinden, sondern auch vor der Entdeckung durch Menschen geschützt. Es ist sehr schwer, mit den bisher bekannten Methoden die Kitze vor der Mahd aufzuspüren und zu retten. Daher werden alleine in Deutschland rund 100.000 Jungtiere zu Zeiten der Frühjahrs-Mahd unabsichtlich getötet. Landwirte und Jäger haben es also immer wieder mit der gleichen Problematik zu tun: es besteht nicht nur Verseuchungsgefahr für die Silage (=im Silo feucht eingelagertes Grünfutter) ganz zu schweigen von dem Schaden für den Jagdpächter. Es ist ebenso eine äußerst unangenehme Situation für die Führer der Mähwerke, die mit diesem relativ häufig auftretenden Problem der Kitzvermähung direkt konfrontiert sind. Vor dem Hintergrund dieser Problematik wurde das Projekt WILDRETTER ins Leben gerufen, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird. Ziel ist die Entwicklung eines zuverlässigen Anwendungssystems zur Kitzrettung beim Mähen landwirtschaftlicher Flächen.


 

Aktuelles zum Projekt: www.wildretter.de

Partner: Bayerischer Jagsverband, Claas, DLR, i_s_a_, TUM

Förderer: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Masterarbeit von Daniel Bäni 2011: Rehkitzrettung – Einsatz eines UAV mit Thermalkamera zur Ortung von Wildtieren

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