Neuer RPAS Regulierungsvorschlag von EASA

6. August 2015
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Der Einsatz von RPAS (Remotely Piloted Aircraft System) in Europa boomt. Doch bestehende Vorschriften zum Einsatz von zivilen Drohnen sind uneinheitlich und uneindeutig.

Unter RPAS oder Remotely Piloted Aircraft Systems werden sämtliche unbemannten Flugsysteme zusammengefasst. Von großen, komplexen Drohnen, die bemannten Flugfahrzeugen sehr ähnlich sind, über professionelle und kommerziell genutzte Micro-Flugsysteme – wie die von Ascending Technologies – bis hin zu einfachen Spielzeug- und Modellflugsystemen. Grundsätzliche Regelungen bestehen zwar bereits auf nationaler Ebene, doch innerhalb Europas sind solche Regularien zur Nutzung von RPAS heterogen und Sicherheitskonzepte nicht unbedingt einheitlich oder mit Augenmaß festgesetzt.

Die Drohnen-Industrie ist äußerst vielseitig, innovativ und meist europaweit oder oft sogar international aktiv. Der gesamte Markt für RPAS bietet ein ungeheures Wachstumspotenzial und schafft viele neue Arbeitsplätze. Um im Gebiet der unbemannten Luftfahrt forschenden und entwickelnden Unternehmen für Europa mehr Planungssicherheit zu bieten und der wirtschaftlichen Entwicklung gerecht zu werden, ist die European Aviation Safety Agency, EASA, von der Europäischen Kommission beauftragt worden, einen RPAS-Regulierungsentwurf auf Basis der Riga Konferenz und der darauf folgenden Erklärung zu erstellen. Dabei sollte zugleich den Bedenken der Bevölkerung hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz Sorge getragen werden. Dazu sind nun von EASA Vorschläge ausgearbeitet worden, die den professionelle Einsatz von RPAS ermöglichen und bei riskanten Drohneneinsätzen durch angemessene Auflagen schützen sollen.

Homogene Auflagen für RPAS-Einsätze europaweit?

In einer entsprechenden Ankündigung (Advance Notice of Proposed Amendment 2015-10) sind alle diese Punkte zusammengefasst und durch relevante Hintergrundinformationen ergänzt worden. Nun sollen bis zum 25. September 2015 Beratungsgespräche geführt werden. Und bis Ende 2015 wird die Europäische Kommission dazu einen technischen Bericht von der Agentur erhalten.

Auf Basis dieser Informationen will die Europäische Kommission neue Standards zur europaweiten Regulierung von RPAS festsetzen. Zu den Eckpfeilern der Entwürfe zählen die Prämissen Sicherheit, Schutzmaßnahmen, Privatsphäre, Datenschutz, Versicherung und Haftbarkeit. Ziel ist es, europäischen Unternehmen dieser Branche, also professionellen RPAS-Serviceanbietern wie Inspektionsanbietern, Vermessungsbüros oder sonstigen Luftaufnahme- Dienstleistern mehr Planungssicherheit zu bieten, damit diese sich auf dem weltweit wachsenden Drohnenmarkt international etablieren können. Im besten Fall mit international konkurrenzfähigen und technologisch herausragenden Lösungen für die gesamte unbemannte Luftfahrtindustrie. Dergleichen sollen alle notwendigen Maßnahmen definiert werden, um maximale Sicherheit im Umgang mit RPAS gewährleisten zu können.

Seit langem befinden sich RPAS-Unternehmen zwischen Hoffen und Bangen. Für existenzielle Sicherheit und wirtschaftliche Planbarkeit wird seit Langem eine Vereinheitlichung einer technisch, bürokratisch, finanziell und in puncto Sicherheitsauflagen vernünftigen Regulierung gewünscht.

Neues EASA-Konzept für den Einsatz von zivilen Drohnen

Die EASA hat dazu nun einen neuen Entwurf veröffentlicht, der den zivilen Einsatz von Drohnen / RPAS in der EU zukünftig klar und verständlich regeln soll. Alle relevanten Aspekte seien nun angemessen berücksichtigt und Risiken durch eine vernünftige Kategorisierung sinnvoll begegnet worden.

„Dieser Vorschlag ist das erste konkrete Ergebnis für eine neue RPAS-Nutzungsregulierung auf Europaebene, bei dem erst mit den Betroffenen gesprochen wurde und dann Regeln verhältnismäßig zum jeweiligen Risiko formuliert wurden“, sagt Patrick Ky, Exekutivdirektor, EASA. „Diese Vorschriften schaffen eine sichere und wirtschaftlich solide Grundlage für diese vielversprechende Industrie, um zu wachsen.

Der Regulierungsentwurf folgt entsprechend einem sogenannten EASA Konzept zur Drohnen-Nutzung (Originaltitel: EASA Concept of Operations for Drones), das mit Hilfe von RPAS-Betreibern und RPAS-Entwicklern zusammengestellt wurde und Regulierungsempfehlungen mit fundierter Risikobewertung enthält. Sowohl die Risiken für Piloten und RPAS-Einsatzpersonal als auch für Dritte sind dabei bedacht worden.

Auszug aus der Vorlage:

“This concept has been developed to address two main goals:

  1. ) Integration and acceptance of drones into the existing aviation system in a safe and proportionate manner.
  2. ) Foster an innovative and competitive European drone industry, creating new employment, in particular for SMEs.”

In Konsequenz wurden Lösungen gefunden, die ein risikoarmes Fliegen von Drohnen ohne Kompromisse bei Sicherheitsaspekten möglich machen. Und dieses Konzept hat Potenzial durch Planungssicherheit Wachstum in der RPAS-Industrie zu schaffen.

Zur Integration von RPAS in den europäischen Luftraum

Das Konzept definiert drei Kategorien für RPAS / Drohnen. Auf der unteren Ebene stehen Drohnen ohne spezielle Auflagen. Für solche Drohnen müssen dann beispielsweise Flugverbotszonen serienmäßig zur Ausstattung gehören, sodass Flüge in bewohntem Gebiet, in Städten, um Flughäfen und an anderen kritischen Orten systembedingt unterbunden sind.

Schließlich sollen diese Sicherheitsauflagen für ganz Europa gelten und von allen EU-Mitgliedsstaaten übernommen werden. Gleichzeitig soll das EASA Konzept zur Drohnen-Nutzung internationale Standards erfüllen und dem globalen Niveau entsprechen.



Diese A-NPA wiederspiegelt die bei der Riga Konferenz festgesetzten Prinzipien. Es folgt einer Risiko- und Leistungs-gerechten Beurteilung, um bei einer Vielzahl wertvoller Drohneneinsatzmöglichkeiten lösungsorientiert entscheiden zu können. Der Vorschlag ermittelt dazu folgende Kategorisierung in drei Typen (Siehe: EASA Konzept zur Drohnen-Nutzung):

  • „Offene“ Kategorie (geringes Risiko): Erfordert zur Sicherheit die Einhaltung und Erfüllung von Betriebsbeschränkungen, bestimmten Industriestandards, spezifischen Funktionalitäten und operationellen Grundregeln. Die Polizei soll die Umsetzung dieser Auflagen prüfen und durchsetzen.
  • „Spezialanwendungen“ Kategorie (mittleres Risiko): Autorisierung / Aufstiegserlaubnis einer nationaler Luftfahrtbehörde, unter Umständen unterstützt durch eine qualifizierte Einrichtung der Risikoeinschätzung des Betreibers folgend. Ein Betriebshandbuch soll Risikominderungsmaßnahmen auflisten.
  • „Zertifizierte” Kategorie (hohes Risiko): Die Anforderungen sind vergleichbar mit denen der bemannten Luftfahrt. Regulierungsaufsicht haben die nationalen Luftfahrtbehörden (Lizenzerteilung, luftrechtliche Zulassung von Wartungen, Inbetriebnahme, Ausbildung, Flugverkehrsmanagement (Air Traffic Management; ATM), Flugsicherungsdienste (Air Navigation Services, ANS) und Flugplätzen) und die EASA (Planung und luftrechtliche Zulassung von Auslandseinsätzen).

Dieser Regulierungsrahmen wird die Nutzung aller Drohnen aller Gewichtsklassen europaweite umfassen. Die gestartete europäischer Verordnung (EC) Nr. 216/2008 wird daraus resultieren. Als Teil des Gesetzesvorhabens „Aviation Package“ soll diese Veränderung noch im November 2015 von der Europäischen Kommission herausgegeben werden.


Sehen Sie dazu auch die Meldung von EASA im Original: http://www.easa.europa.eu/document-library/notices-of-proposed-amendment/npa-2015-10



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