Drohnen für Dach-, Fassadenbau & Energieeffizienz

15. Januar 2016
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Flugroboter (Drohnen / UAVs) sollen zur Verbesserung von Energieeffizienz in der Baubranche verstärkt eingesetzt werden. Zur Zustandsermittlung und zum Aufspüren von Schäden und Wärmelecks an Dächern, Fassaden und Gebäuden allgemein helfen die Informationen, die in kürzester Zeit per Drohne aus der Luft gewonnen werden können.

Zum Begutachten und Überprüfen von allen Seiten

So kann eine Thermografie per Drohne eine sinnvolle Ergänzung zu einer energetischen Gebäudeanalyse sein. Die Dach+Holz ist sich des Marktpotenzials bewusst und sieht Drohnen als sinnvolle Hilfsmittel im Handwerk für Dachdecker und Bauleute. Entsprechend wird die fliegende Messstation „AscTec Falcon 8“ auf der Dach+Holz von 2.–5. Februar 2016 in Stuttgart vertreten sein.

Handwerk 4.0 – Bauwerksinspektion per Drohne

Das klassische Dachdecker- und Zimmererhandwerk befindet sich im Wandel. Wie in der gesamten Bauindustrie spielt die Digitalisierung bei der Modernisierung der traditionsreichen Handwerksberufe eine wesentliche Rolle. Doch mit terrestrischen Messstationen und Digitalkameras ist es nicht getan. Wie wäre es mit einer Luft-Thermografie zur Energieeffizienz-Kontrolle von Fassaden und Dächern. Der AscTec Falcon 8 kann als kompakte Mikrodrohne in wenigen Minuten Überblick und dank Aufnahmeautomatik gestochen scharfe Detailaufnahmen in kürzester Zeit bieten. Solche Messflüge lassen sich dann automatisieren und genau wiederholen, um beispielsweise Maßnahmen zu überprüfen oder Fortschritte zu dokumentieren.

„Die Digitalisierung macht auch vor den Dachdeckern nicht Halt: So befassen sie sich zunehmend mit dem Einsatz von Drohnen. Bei der Beurteilung eines Dachs, für eine Angebotserstellung oder im Rahmen eines Wartungsvertrags, ist es notwendig, aktuelle Daten über den Zustand des Dachs zu erhalten“, sagt Karl-Heinz Schneider, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks.

Für den Dachdecker bedeute die Technologie mehr Sicherheit, Flexibilität, eine aktuelle Datenlage sowie Zeit- und Kostenersparnis: „Was früher gut und gern mal zwei bis drei Tage dauerte, erledigt die Drohne in zwei bis drei Stunden“, so Schneider weiter. Zudem seien die Drohnen mittlerweile weit über das „Spiele-Stadium“ hinaus: „Sie steigen noch bei Windstärke 7 auf und können komplette Gebäude vermessen.“

So geschehen beim Schiefen Turm der Oberkirche von Bad Frankenhausen in Thüringen: Eine Stunde Flugzeit lieferten 525 Einzelfotos, aus denen 310 Millionen einzelne Messpunkte ermittelt werden konnten. Kein kaputter Schiefer, kein Riss im Mauerwerk konnte dem 36-Megapixel-starken Auge des patentierten unbemannten Flugsystems, das mit einer Vollformatkamera der Marke Sony Alpha 7R ausgestattet ist, entgehen. Auf Basis der Informationen konnten fundiert über das Schicksal des geschützten Bauwerks entschieden werden.

Mehr vom Wettbewerb durch Zeit- und Kostenersparnis

Die Technik bietet ungeahnte Möglichkeiten, vor allem im Bereich der Bauplanung, Bauwerksprüfung und im Denkmalschutz. So werden bei der Beurteilung von Bauwerken erhebliche Einsparungen möglich, weil zum Beispiel keine teuren Gerüste aufgestellt, Kräne und Hebebühnen gemietet und betrieben werden müssen. Trotzdem könnten die Drohnen nicht den Fachmann ersetzen.

„Nichts ersetzt das menschliche Auge und die Erfahrung der Fachhandwerker vollständig. Aber die Drohnen können ihnen die Arbeit erleichtern“, betont Norman Hallermann.

Dem kann auch Karl-Heinz Schneider zustimmen. „Bei der Erstellung eines Angebots oder im Rahmen eines Wartungsvertrages brauchen wir aktuelle Daten über den Zustand des Dachs. Dabei kann uns der Einsatz von Drohnen helfen“, sagt der Präsident des Zentralverbandes der Dachdecker. Er erhofft sich von der Technologie vor allem eine Zeit- und Kostenersparnis. „Was früher gut und gern mal zwei bis drei Tage dauerte, kann eine Drohne in zwei bis drei Stunden erledigen“, so Schneider.

Fliegende Helfer auf der DACH+HOLZ International

Welche Chancen der Einsatz von Drohnen mit sich bringt, erleben Fachbesucher der DACH+HOLZ International vom 2. bis 5. Februar 2016 auf dem Messegelände Stuttgart. Gemeinsam mit Ascending Technologies wird der Weimarer Wissenschaftler viele dieser Möglichkeiten in einer Sonderschau auf der Galerie in Halle 1 vorstellen. Schließlich seien die Vorteile, die die Arbeit mit Drohnen mit sich bringt, enorm, so Hallermann, der den Einsatz der fliegenden Helfer unter anderem am Dom zu Halberstadt testete. „Hier kontrolliert der Dombaumeister Dächer und Fassaden regelmäßig mit dem Fernglas und war überzeugt, dass alles in gutem Zustand sei“, erzählt er. Die Drohne lieferte jedoch ein ganz anderes Bild und Aufnahmen von zahlreichen Schäden. Am Ende stellte sich heraus, dass beide Turmhelme neu gedeckt werden müssen.

Dächer und Fassaden inspizieren mittels hocheffizienter Aufnahmen, auch bei starkem Wind und ohne Gerüst: Geht es nach Norman Hallermann, Diplom-Bauingenieur und Wissenschaftler an der Bauhaus-Universität Weimar, werden Zimmerer und Dachdecker künftig verstärkt auf die Unterstützung von unbemannten Flugsystemen wie Drohnen setzen. Die DACH+HOLZ International, vom 2. bis 5. Februar 2016 in Stuttgart, stellt die Einsatzmöglichkeiten der fliegenden Helfer und die damit verbundenen Erleichterungen für den Dach- und Holzbau in einer eigenen Sonderschau vor.

Mini-Roboter für Handwerk 4.0

„Drohnen werden Fachleute und Experten in Zukunft keinesfalls ersetzen“, sagt Norman Hallermann, „sie können deren Arbeit aber entscheidend erleichtern.“ Der Diplom-Bauingenieur, Wissenschaftler an der Bauhaus-Universität Weimar, beschäftigt sich seit einigen Jahren mit den fliegenden Mini-Robotern und ihren Einsatzmöglichkeiten. Gemeinsam mit dem Unternehmen Ascending Technologies aus Krailling bei München, einem der führenden Hersteller und Entwickler professioneller unbemannter Flugsysteme, hat er in einem Forschungsprojekt eine Drohne speziell für die Inspektion von Bauwerken, unter anderem für Dächer und Fassaden entwickelt. Dabei gehe es nicht darum, bisherige Arbeitsprozesse zu ersetzen oder Arbeitskräfte einzusparen, sondern neue High-Tech-Lösungen in die täglichen Arbeitsabläufe zu integrieren, betont er. „Nichts ersetzt dabei aber das menschliche Auge und die Erfahrung von Dachdeckern, Zimmerern vollständig.“ Ziel sei vielmehr, neue technische Möglichkeiten und praktische Lösungen für die Branche aufzuzeigen.

„Viele Bauwerke sind nur schwer zugänglich. Drohnen erleichtern Inspektionen und reduzieren deren Aufwand erheblich“, berichtet der Forscher. Der Aufbau von Gerüsten und Absperrungen, der leicht mehrere Zehntausend Euro verschlingt bevor die eigentliche Sanierung beginnt, entfällt. Stattdessen können erste Begutachtungen mittels Drohnen erledigt werden, da sie mit hochauflösenden Foto-, Video- oder Infrarotkameras detaillierte Aufnahmen von Dächern und Fassaden liefern. „Das Gebäude wird von allen Seiten aufgenommen, die Bilder werden georeferenziert und somit zu realen Messdaten“, erklärt Hallermann. „So ist genau lokalisierbar, wo sich Schäden befinden, ohne dass eine Person auf das Dach steigen muss.“ Auch kleinste Schäden wie Risse oder Abplatzungen oder Wärmebrücken können entdeckt und dokumentiert werden. Mit Hilfe der Drohnentechnologie sei es auch möglich, nicht nur den Ist-Zustand, sondern über regelmäßig wiederkehrende Aufnahmen langfristige Veränderungen festzustellen.

Neben der Sonderschau ist Norman Hallermann auch zu Gast auf dem DACH+HOLZ-FORUM. Bei verschiedenen Vorträgen berichtet er über seine Forschungen mit Drohnen und Einsätze in der Praxis. Diese gibt es übrigens auch auf der Messe zu sehen, denn es sind mehrere Flugdemonstrationen mit unbemannten Flugsystemen geplant.


Mehr Informationen und Tickets für die DACH+HOLZ International im Online-Vorverkauf gibt es ab sofort unter www.dach-holz.de. Im Ticket-Shop können auch die Gutscheine eingelöst werden.


Weiterführender Artikel von Deutsche Handwerks Zeitung – Die Wirtschaftszeitung für den Mittelstand „Drohnen für die Dachdecker“:
Quelle: http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/drohnen-fuer-die-dachdecker/150/19529/319415


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